B02 Erste Laufzeit: Intervenierende Choreographien: Formate und Praktiken der Dekolonisierung und der Ökologie
In der ersten Laufzeit (2022-2026) wurde das intervenierende Potential von Choreographien in Hinsicht auf die Vervielfältigung von Bewegungskulturen seit den 1990er Jahren untersucht. Als hybride Kunstform zwischen Bühne und praxis-basiertem Experiment nimmt Tanz seitdem eine Schlüsselfunktion im Feld von Bewegung im öffentlichen Raum ein. Mit der Entwicklung eines durch diverse Trainings und Praktiken ausdifferenzierten Vokabulars und neuer choreographischer Formate der Kollaboration, der Vermittlung und Recherche, des Zusammenspiels unterschiedlicher Dispositive oder des Ausgreifens in ihre jeweiligen Umgebungen sowie der (digitalen) Vernetzung ist Tanz prädestiniert, Aktionen des 'Dazwischen-Tretens', des Widerstands ebenso wie der kollektiven Teilhabe zu initiieren. Das Teilprojekt fragte nach dem Interventionspotential solcher choreographischen Praxis, die sich 'ökologisch', d.h. als ein interdependentes Netz von Aktionen und Situationen versteht, und zugleich dekolonisierend, im Sinne einer Ermächtigung minoritärer Gruppen, operiert. Die Unterprojekte verbanden dazu drei leitende Überlegungen: die Reflexion choreographischer Formate zwischen Kunstpraxis und politischer Agenda durch Ausgriffe in soziale und popkulturelle Kontexte, in Mikroformen von Bewegung, Störung und De-/Synchronisierung (UP 1); die dekolonisierende Perspektive in queer-widerständigen, Kanon-kritischen Produktionen und Körperkonzepten (UP 2); sowie die Frage, inwieweit ökologische Praxis als choreographische Intervention fungieren kann (UP 3).
Teilprojektleitung
Prof. em. Dr. Gabriele Brandstetter (UP 1 erste Laufzeit, 2022-2026)
Wissenschaftliche Mitarbeit
Arantxa Ciafrino (UP 2 erste Laufzeit, 2024-2026)
Dr. Mariama Diagne (UP 2 erste Laufzeit, 2022-2024)
Sophie Schultze-Allen (UP 3 erste Laufzeit, 2022-2026)