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B02 Intervenierende Choreographien: Formate und Praktiken der Dekolonisierung und der Ökologie

Untersucht wird das intervenierende Potential von Choreographien in Hinsicht auf die Vervielfältigung von Bewegungskulturen seit den 1990er Jahren. Als hybride Kunstform zwischen Bühne und praxis-basiertem Experiment nimmt Tanz seitdem eine Schlüsselfunktion im Feld von Bewegung im öffentlichen Raum ein. Mit der Entwicklung eines durch diverse Trainings und Praktiken ausdifferenzierten Vokabulars und neuer choreographischer Formate der Kollaboration, der Vermittlung und Recherche, des Zusammenspiels unterschiedlicher Dispositive oder des Ausgreifens in ihre jeweiligen Umgebungen sowie der (digitalen) Vernetzung ist Tanz prädestiniert, Aktionen des 'Dazwischen-Tretens', des Widerstands ebenso wie der kollektiven Teilhabe zu initiieren. Das Teilprojekt fragt nach dem Interventionspotential solcher choreographischen Praxis, die sich 'ökologisch', d.h. als ein interdependentes Netz von Aktionen und Situationen versteht, und zugleich dekolonisierend, im Sinne einer Ermächtigung minoritärer Gruppen, operiert. Die Unterprojekte verbinden dazu drei leitende Überlegungen: die Reflexion choreographischer Formate zwischen Kunstpraxis und politischer Agenda durch Ausgriffe in soziale und popkulturelle Kontexte, in Mikroformen von Bewegung, Störung und De-/Synchronisierung in UP 1; die dekolonisierende Perspektive in queer-widerständigen, Kanon-kritischen Produktionen und Körperkonzepten in UP 2; sowie die Frage, inwieweit ökologische Praxis als choreographische Intervention fungieren kann in UP 3.

Teilprojektleitung

Prof. Dr. Gabriele Brandstetter (UP 1)

Jun.-Prof. Dr. Kirsten Maar (UP 1)

Wissenschaftliche Mitarbeit

Dr. Mariama Diagne (UP 2)

Sophie Schultze-Allen (UP 3)