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C06 Erste Laufzeit: Geschichte als Material? Künstlerisches Historisieren als intervenierende Praxis

Das Teilprojekt ging in der ersten Laufzeit (2022-2026) von einer Zunahme und Diversifizierung der Auseinandersetzung mit Geschichte in der zeitgenössischen Kunst aus. Es betrachtete künstlerische Arbeiten, die sich auf historische Konstellationen, Materialien und Erzählungen beziehen, und fragte, wie poietische Verfahren des Historisierens Geschichtsnarrative reflektieren, dekonstruieren und erweitern. Es wurde untersucht, wie sie deren Genese befragen, Prozesse des Ent- und Verwerfens historischer Erzählungen sichtbar machen, verschiedene Perspektiven auf Geschichte(n) in Relation setzen und worin ihr intervenierendes Potential besteht. Künstlerisches Historisieren wird, so lautete die Arbeitshypothese, dann als intervenierende Praxis wirksam, wenn durch poietische Verfahren nicht nur diverse Sichtweisen auf geschichtliche Narrative zur Diskussion gestellt, sondern darüber auch gesellschaftliche Zusammenhänge der Gegenwart hinterfragt werden, die sich explizit oder implizit auf diese Narrative stützen. UP 1 fragte, wie unterschiedliche Modelle und Ansätze künstlerischen Historisierens als methodisches ‚Verlernen‘ in dominante Geschichtserzählungen intervenieren. UP 2 untersuchte, wie historische ‚Weltordnungen‘ und deren Begründungen in kolonialen Kontexten künstlerisch einer Kritik unterzogen werden.

Studentische Mitarbeit

Binta Boiro (2022-2024)