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C06 Geschichte als Material? Künstlerisches Historisieren als intervenierende Praxis

Das Teilprojekt fokussiert auf intervenierende Praktiken, die sich mit künstlerischen Moderne/n, Avantgardebewegungen und einer Kunstgeschichtsschreibung zur Moderne befassen, um eine als westlich verstandene Moderne kritisch zu perspektivieren. Die Grundlage bildet die Einsicht in den eng verflochtenen Zusammenhang von westlicher Moderne und Kolonialität, der sich in gesellschaftlichen Prozessen und Repräsentationsformen bis in die Gegenwart fortschreibt.

Eine zentrale Frage ist, wie Verfahren künstlerischen Historisierens von Moderne und Moderne-Phänomenen das Verständnis der künstlerischen Produktion der Moderne und deren kunstgeschichtlicher Theoriebildung dekolonisieren können. Wie können Prozesse des Entwerfens und Verwerfens dominanter, westlich zentrierter Moderne-Erzählungen reflektiert und dekonstruiert werden, ohne deren Verflechtungen in koloniale Hegemoniebildung zu verwässern oder historisch weitreichende epistemische und koloniale Gewaltformen zu verharmlosen? Daran schließt die Frage an, wie künstlerisches Historisieren in die eigene disziplinäre Praxis, in Institutionalisierungen des Kunstfeldes, in die Geschichtsschreibung, in kunsttheoretische Diskurse und Infrastrukturen interveniert.

Ausgehend von diesen Fragestellungen untersucht das UP 1 die Bedeutung des künstlerischen Historisierens von Moderne für die Gegenwartskunst, UP 2 erforscht künstlerische Kommentierungen imperialer Denkmäler für den öffentlichen Diskurs und UP 3 fragt nach Dynamiken und Infrastrukturen von De- und Rezentrierung in Moderne-Ausstellungen.

Teilprojektleitung

Dr. Birgit Eusterschulte (UP 1)

Prof. Dr. Karin Gludovatz (UP 1)

Wissenschaftliche Mitarbeit

Marla Heid (UP 2)

Anna Helfer (UP 3)

Studentische Mitarbeit

Malin Krahn