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C06 Geschichte als Material? Künstlerisches Historisieren als intervenierende Praxis

Das Teilprojekt geht von einer Zunahme und Diversifizierung der Auseinandersetzung mit Geschichte in der zeitgenössischen Kunst aus. Es betrachtet künstlerische Arbeiten, die sich auf historische Konstellationen, Materialien und Erzählungen beziehen, und fragt, wie poietische Verfahren des Historisierens Geschichtsnarrative reflektieren, dekonstruieren und erweitern. Dabei ist zu untersuchen, wie sie deren Genese befragen, Prozesse des Ent- und Verwerfens historischer Erzählungen sichtbar machen, verschiedene Perspektiven auf Geschichte(n) in Relation setzen und worin ihr intervenierendes Potential besteht. Künstlerisches Historisieren wird, so die Arbeitshypothese, dann als intervenierende Praxis wirksam, wenn durch poietische Verfahren nicht nur diverse Sichtweisen auf geschichtliche Narrative zur Diskussion gestellt, sondern darüber auch gesellschaftliche Zusammenhänge der Gegenwart hinterfragt werden, die sich explizit oder implizit auf diese Narrative stützen. UP 1 fragt, wie unterschiedliche Modelle und Ansätze künstlerischen Historisierens als methodisches ‚Verlernen‘ in dominante Geschichts-erzählungen intervenieren. UP 2 untersucht, wie historische ‚Weltordnungen‘ und deren Begründungen in kolonialen Kontexten künstlerisch einer Kritik unterzogen werden.

Teilprojektleitung

Prof. Dr. Karin Gludovatz (UP 2)

Wissenschaftliche Mitarbeit

Dr. Birgit Eusterschulte (UP 1)