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B04 Aneignen – Bearbeiten – Weiterverbreiten: Zum Interventionspotential von Internet-Memes

Anhand der Meme Culture als exemplarischem Hybridphänomen — zwischen Kunst und Popkultur, User-Ermächtigung und Plattform-Kapitalismus, globaler Zirkulation und Community-Orientierung — untersucht das Teilprojekt die Bedingungen und Spielräume (vor-)politischer Agency in der gegenwärtigen Digitalkultur. Internet-Memes haben das Potential für massenhafte oder gar globale Zirkulation (going viral), das aber häufig durch Unterbrechung und Community-spezifische Adressierungen konterkariert wird (relatability). Als affektive Medienpraxis sind sie an einer spezifische Form der Kollektivbildung beteiligt (connectedness), die maßgeblich dazu beiträgt, alltägliche Erfahrungen und Gefühle ‚politikfähig‘ zu machen. Neben dem medial Überrepräsentierten kann dabei auch das Unterrepräsentierte, aus der hegemonialen Ordnung des Sichtbaren Ausgeschlossene zum Ausgangspunkt einer geteilten Aufmerksamkeit werden. Aus dieser Perspektive erweisen sich Memes als interventionistische Tools für Mikropolitiken des Alltäglichen – und können als solche z.B. diskriminierenden Erfahrungen unterhalb der medialen Wahrnehmungsschwelle gelten. UP 1 beschäftigt sich mit Medientheorie des Internet-Memes mit Fokus auf Praktiken der Aneignung als Intervention, bei UP 2 geht es um Intervention und Affektzirkulation in der Meme-Kultur und in UP 3 um Verhandlungen von race/Rassismus in Memes.

Teilprojektleitung

Prof. Dr. Brigitte Weingart (UP 1)

Wissenschaftliche Mitarbeit

Florian Schlittgen (UP 2)

Lisa Tracy Michalik (UP 3)

Studentische Mitarbeit

José Amaro Santos Alves