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A04 Musikalische Polyphonie als experimentelle Sozialität

Prozesse des Teilens und Trennens, Machtspiele, Aushandlungen und Verweigerungen werden in Musik nicht lediglich abgebildet, sondern finden in Mehrstimmigkeit tatsächlich statt. Das macht Polyphonie zu einem wichtigen Faktor der Intervention von Kunst in den sozialen Raum. Das auf die Praxis zeitgenössischer experimenteller Musik, Musiktheater und Klangkunst, ausgerichtete Teilprojekt verwendet einen aktualisierten, von tonalen Strukturen emanzipierten und kritischen Begriff von Polyphonie, wobei die Infrastruktur von Kollektiven als Forschungsfrage zentral ist. Die beiden Unterprojekte behandeln das intervenierende Potential von Polyphonie ausgehend von zwei konvergierenden Perspektiven: der Organisation von Raum an den Schnittstellen von zeitgenössischer Musik und Klangkunst („Zeit-Raum-Polyphonie: Klangarchitektur als soziale Intervention“ – UP 1) sowie der Rolle künstlerisch-sozialer Praktiken in Spezialensembles für zeitgenössische und experimentelle Musik („Klang-Körper-Polyphonie: das musikalische Ensemble als intervenierendes Medium kompositorischer Praxis“ – UP 2). Sowohl die Architektur von Klang als auch kollektive künstlerische Praktiken werden darin als Sozialitäten aufgefasst, die ihre jeweiligen spezifischen Prägungen und intervenierende Dynamiken wesentlich aus polyphoner Organisation erfahren.

Teilprojektleitung

Prof. Dr. Ariane Jeßulat (UP 1)

Wissenschaftliche Mitarbeit

Dr. Tom Rojo Poller (UP 2)