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C08 Interventionen der ‚Theorie‘

Das Teilprojekt geht von der Beobachtung aus, dass eine sich als kritisch verstehende ‚Theorie‘ seit den 1960er Jahren international zu einer Textgattung mit eigensinnigen Wirkungsdynamiken wurde, die als interventionistisch beschreibbar sind. Es setzt sich das Ziel, mit dem Konzept der Intervention die Wirkungsdynamiken dieser ‚Theorie‘ in neuer Weise zu analysieren und aufzuzeigen, wie sich ‚Theorie‘ transformiert, wenn sie interveniert, und inwiefern Theorie durch Intervention überhaupt erst zur ‚Theorie‘ wird. Dabei sollen folgende Untersuchungsmethoden entwickelt und angewandt werden: eine Stilistik und Rhetorik der ‚Theorie‘ benennt die argumentativen Verfahren der Intervention in Einzeltexten; eine Philologie der ‚Theorie‘ beobachtet Interventionen durch Textveränderungen, Genrewechsel, Kompilierung, Übersetzungen und paratextuelle Rahmungen; eine Szenographie der ‚Theorie‘ untersucht das Zusammentreten heterogener Elemente zu performativen interventionistischen Konstellationen; eine Mediographie der ‚Theorie‘ analysiert Interventionen in intermedialen Zusammenhängen, u.a. im Kontext von digitalen Medien. Die Unterprojekte erarbeiten diese Fragestellung an konkreten Problemfeldern: UP 1 beschäftigt sich mit Theoriearbeit, Intervention und politische Praxis im Umfeld der konkret um 1989, UP 2 verfolgt Nicht-dichotome Konzepte des Topos ‚Intervention‘ in der Geschichte der ‚Theorie‘, und UP 3 untersucht Die Theorie-Sammelausgabe und ihre interventionistischen Praktiken.

Teilprojektleitung

Prof. Dr. Michael Gamper (UP 3)

Wissenschaftliche Mitarbeit

Lisa Bechtold (UP 1)