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A07 Fake Truths/True Fakes: Künstlerische Interventionen in Wahrheitsspiele

Mit dem Triumph postfaktischer Politik und der rasanten Entwicklung künstlicher Intelligenz wird die alte Frage nach der Verlässlichkeit insbesondere visueller Medien neu aufgeworfen. Fake News, Deepfakes und synthetisch generierte Bilder wecken berechtigte Ängste vor Desinformation in einer „post-truth era“. Eine Form der Intervention kann vor diesem Hintergrund darin bestehen, Falschmeldungen und manipulierte Bilder zu entlarven. Das Teilprojekt fokussiert dagegen auf künstlerische Interventionen, die bewusst Fälschungen oder Fiktionen einsetzen, um die Regeln bestehender Wahrheitsspiele offenzulegen, ihre Bildpolitiken zu hinterfragen und darüber hinaus das subversive, emanzipatorische oder sogar utopische Potenzial des Unwahren auszuloten.
Vor diesem Hintergrund reflektiert UP 1 Dis-/Kontinuitäten in historischen und gegenwärtigen Diskursen über das Verhältnis von Kunst und Wahrheit. UP 2 untersucht spekulative Praktiken, die die Evidenz von Bildern, Dokumenten und Archiven gezielt unterlaufen. UP 3 analysiert künstlerische Interventionen, die mit den neuen Möglichkeiten der Bildgenerierung durch künstliche Intelligenz experimentieren.

Teilprojektleitung

Prof. Dr. Jasmin Mersmann (UP 1)

Wissenschaftliche Mitarbeit

Paolina Wandruszka (UP 2)

Bild: Adrian Piper, The Probable Trust Registry: The Rules of the Game #1-3, 2013. Installation and Participatory Group Performance. Embossed gold vinyl wall texts on three grey walls with 70% gray paint; three circular gold reception desks with stools; computer system; contracts; registry of contact data for signatories; three administrators; and self-selected members of the public. Each desk 6 ft. 1/16” (183 cm) diam. x 53” (160 cm) high; installation dimensions variable. Detail: The Rules of the Game #2. Photo Credit: David von Becker. Hamburger Bahnhof–Nationalgalerie der Gegenwart, Staatliche Museen, Berlin. © Adrian Piper Research Archive Foundation.