Videobeitrag | "Kunstgeschichten" mit Beate Söntgen
News vom 20.03.2026
In der 42. Folge der Reihe „Kunstgeschichten“ der Gerda Henkel Stiftung führt Kunsthistorikerin Beate Söntgen (Teilprojekt A06) durch das Charleston Farmhouse im südenglischen Sussex, das ab 1916 von der Bloomsbury Group um Vanessa Bell, Duncan Grant und Virginia Woolf bewohnt und gestaltet wurde. Der Beitrag lebt nicht zuletzt von den eindrücklichen Aufnahmen, die die farbig bemalten Wände, Möbel und Räume in ihrer besonderen Atmosphäre einfangen.
Dabei wird das Haus als ein Ort greifbar, an dem sich Kunst und Leben auf besondere Weise verbinden. Es erscheint, so Söntgen, als ein „Manifest einer künstlerischen Haltung, die sich verbindet mit einer bestimmten Lebensform des gemeinsamen Lebens und Arbeitens“, was man dort paradigmatisch sehen könne. Die Lebens- und Arbeitsform ziele weniger auf einen Individualstil ab als vielmehr darauf, „ein Darstellungsprinzip zur Geltung zu bringen“. Söntgen erläutert, wie sich in den Räumen gemeinsame Reisen, Erfahrungen und Beziehungen einschreiben und in Malerei, Mobiliar und Dekoration präsent bleiben. So würde das Haus selbst zum Ausdruck eines kollektiven Prozesses, den sie als „Hybridisierung von familiären, sozialen und emotionalen Beziehungen“ beschreibt.
Der Beitrag macht Charleston Farmhouse damit als ein frühes Beispiel für das Ineinandergreifen von künstlerischer Praxis und Lebensform lesbar und eröffnet zugleich Anknüpfungspunkte für aktuelle Diskussionen um kollektive und prozessuale Kunstformen sowie die Rezeption der Bloomsbury Group.