C09 Künstlerische Ökokritik als epistemische Intervention und ästhetisches Worldbuilding
Das Teilprojekt geht von der Beobachtung aus, dass sich ökokritische Ansätze in den Künsten zunehmend mit Perspektiven einer dekolonialen Ökologie verbinden. Im Zentrum stehen Fragen nach den Verflechtungen von (Neo-)Kolonialismus, Rohstoffausbeutung, Artensterben und Umweltgerechtigkeit. Das Projekt untersucht, wie künstlerische Verfahren in westlich geprägte epistemische Ordnungen intervenieren, indem sie nicht-hegemoniale Weisen des In-der-Welt-Seins sowie Formen der Konvivialität zwischen den Spezies imaginieren und erfahrbar machen. Im Fokus stehen Arbeiten, die relationale Ontologien in den Mittelpunkt rücken und multiperspektivische Zugänge zu ökologischen Krisen eröffnen. Auf diese Weise entwickeln sie ein Sensorium für mehr-als-menschliche Eingebundenheiten und hinterfragen Mensch-Natur-Narrative, die Natur verdinglichen und extraktive Praktiken legitimieren. Zugleich greifen sie auf epistemische und ästhetische Traditionen zurück, die durch (Siedlungs)koloniale Machtverhältnisse marginalisiert wurden. UP 1 analysiert künstlerische Positionen, die sich von dystopischen Narrativen und (post-)kolonialen Ausbeutungsregimen abwenden und relationale, emanzipatorische Ökologien entwerfen. Der regionale Fokus liegt auf Nigeria und Marokko. UP 2 fragt aus kunst- und medienwissenschaftlicher Perspektive, wie Formen der Welterzeugung in Extended Realities Indigener Medienproduzent:innen alternative Konzepte digitaler Räume konturieren. UP 3 untersucht gestalterische Interventionen in Museen und Kulturinstitutionen an der Schnittstelle von Design und Kunst.
Teilprojektleitung
Prof. Dr. Kerstin Pinther (UP 1)