Marla Heid
Promotion Kunstgeschichte (seit 2025)
Freie Universität Berlin
Of Public Interest, Post-Master (2020-2022)
Department of Further Education in Architecture and Fine Arts, Royal Institute of Arts, Stockholm
Art and Politics, Master of Arts (2019-2020)
Department of Politics and International Relations, Goldsmiths University of London
Architecture, Exchange (2017-2018)
School of Architecture, Tsinghua University, Peking
Kultur und Technik/Kunstwissenschaften, Bachelor of Arts (2015-2019)
Fakultät I, Geistes- und Bildungswissenschaften, Technische Universität Berlin
Stipendien und Förderungen
2026 Reiseförderung Ernst-Reuter-Gesellschaft (Sydney)
2025/26 Promotionsstipendium Gerda-Henkel-Stiftung
2024/25 Berlin University Alliance: StuROPx Forschungsprojekt
2021 Ausstellungsförderung Berliner Projektfonds Urbane Praxis
2018 Stipendium DAAD (New York)
2017 Stipendium Chinese Scholarship Council (Peking)
2017 Stipendium Technische Universität Berlin (Peking)
WiSe 24/25 Denkmäler neu denken: Ideologie, Erzählungen und künstlerische Interventionen
SoSe 24 Public Memory: Zukunft von Erinnerungsräumen neu denken
Künstlerische Interventionen als kritische Praxis: Denkmäler im Spannungsfeld von Erinnerung und Dekonstruktion (Arbeitstitel)
Das Promotionsprojekt untersucht das transformative Potenzial künstlerischer Interventionen an kontroversen Denkmälern im öffentlichen Raum. Denkmäler bilden traditionell zentrale Ankerpunkte kollektiver Erinnerung, transportieren politische Ideologien und festigen oft hegemoniale, eurozentrische oder autoritäre Machtstrukturen. Vor dem Hintergrund aktueller postkolonialer, feministischer und gesellschaftskritischer Diskurse stehen viele dieser Monumente zunehmend in der Kritik, da sie marginalisierte Stimmen ausblenden und verdrängte historische Kapitel unsichtbar machen. Das Vorhaben setzt an diesem Spannungsfeld an und begreift künstlerische Eingriffe nicht bloß als reaktive Kommentare, sondern als eigenständige, aktive Form der Erinnerungspolitik, die feste Geschichtsnarrative im städtischen Raum dynamisiert und neu verhandelt. Im Zentrum der Forschung steht die Frage, wie künstlerische Strategien, wie temporäre Aktionen, performative Umdeutungen bis hin zu baulichen Eingriffen, die Wahrnehmung und Funktion historischer Marker verändern. Ein wesentlicher analytischer Fokus liegt dabei auf dem Vergleich zwischen autonomen, nicht-genehmigten Kunstaktionen und institutionell initiierten Kontextualisierungsprozessen. Es wird kritisch hinterfragt, inwieweit künstlerische Gegen-Narrative tatsächlich Räume für eine vielstimmige, pluralistische Erinnerungskultur eröffnen und bestehende Machtgefüge destabilisieren können oder ob sie letztlich innerhalb etablierter Strukturen verbleiben.
Forschungsschwerpunkte/Interessen
- Zeitgenössische Kunst
- Künstlerische Interventionen
- Denkmäler
- Erinnerungskultur
- Decolonization
- Soft Powers und Kulturpolitik
- Institutionskritik
Herausgeberschaften
Gegen/Öffentlichkeiten. Ästhetiken, Materialitäten und Praktiken des künstlerischen Intervenierens. Zusammen mit Birgit Eusterschulte, Henning Podulski, Andrea Schütte, Mimmi Woisnitza, Diaphanes [Nov. 2026]
Texte (Auswahl)
Aus dem Inneren heraus. Kulturelle Produktion zwischen schimmeligen Strukturen und brüchigen Systemen. In: Drecksarbeit. Semantiken, Materialitäten und Praktiken ›entwerteter‹ Arbeit. (Hg.) Mareen Heying et al., transcript [Dez. 2026]
Das Dagegen und das Daneben. Zur Ästhetik erinnerungspolitischer Interventionen im öffentlichen Raum. In: Gegen/Öffentlichkeiten. Ästhetiken, Materialitäten und Praktiken des künstlerischen Intervenierens. (Hg.) Birgit Eusterschulte, et at., Diaphanes [Nov. 2026]
Demokratisierung als intervenierende Praxis. Konfliktfelder in den bildenden Künsten in Westdeutschland, 1960er bis 1980er Jahre, verfasst mit Theresa Angenlahr, Norma Ladewig, Paul Nolte. In: Intervenierende Künste. Begriffe – Verfahren – Prozesse. (Hg.) Karin Gludovatz, Mathias Warstat, Diaphanes 2026
Tipping the Balance. Artistic Approaches to Public Memory. In: Dynamics of the Intransitive. Undirected Interventions. (Hg.) Grit Dommes et al., Diaphanes 2026
Gegenpositionen. Potenziale Künstlerischer Interventionen in denkmalpolitische Diskurse. In: Forschungsjournal Soziale Bewegungen: Kunst und Soziale Bewegungen, (Hg.) Riccarda Dürre, Simon Teune, De Gruyter 2024
Vorträge (Auswahl)
(En)Countering Bismarck: Artistic Interventions and the Temporalities of Public Memory in Contemporary Germany. Panel: Prototyping Commemorative Art Practices for the Present. University Art Association of Canada, Concordia University, Oktober 2026.
Unmaking Unity: Artistic Historicization at Hamburg’s Bismarck Monument. Panel: Unstable Monuments. Nation, States, Spaces, and Conflicts in Public Sculpture, 1811-1947. Association for Art History Annual Conference, Cambridge University, April 2026.
Schieflagen der Erinnerung: Das Lueger-Denkmal als universitärer Interventionsraum. 3. Werkstattgespräch, AG Kunst am Bau, Technische Universität Dresden, Mai 2025.
Monuments and Mythmaking: Rethinking the Future of Memory Spaces. SFB Intervenierende Künste, Freie Universität Berlin, September 2024.
After Contextualizing Controversy. Contextualisation as Curatorial Method. Collaborative World Building. Socially Engaged Art and Art Education, Universität für Angewandte Kunst, Wien. Mai 2023.
Minimal Productions. Contemporary Dematerialization in Public Artworks. Vienna Research Week, Zentrum Fokus Forschung, Universität für Angewandte Kunst, Oktober 2023.